03 — Werkzeuge
Motorstrom berechnen
Auf dem Typenschild steht die Wellenleistung – für die Auslegung von Leitung, Schütz und Schutzorgan braucht man den Strom. Der Wirkungsgrad gehört zwingend in die Rechnung: Er ist der Unterschied zwischen dem, was der Motor abgibt, und dem, was er aufnimmt.
Ergebnis
- Bemessungsstrom
- —A
- Scheinleistung
- —kVA
- Elektrische Wirkleistung
- —kW
- Anlaufstrom bei DirekteinschaltungAngenommen mit dem 6-fachen Bemessungsstrom.
- —A
Bitte alle Felder mit gültigen Zahlen füllen.
Orientierungshilfe, keine normgerechte Auslegung. Maßgeblich sind die anzuwendenden Normen und die Prüfung im Einzelfall.
Rechenbeispiel
Der Standardfall, mit dem der Rechner startet – einmal durchgerechnet. Ändern Sie oben die Werte, rechnet er sofort neu.
Eingaben
- Netzform
- Drehstrom (3~)
- Wellenleistung
- 7,5 kW
- Nennspannung
- 400 V
- Leistungsfaktor cos φ
- 0,86
- Wirkungsgrad η
- 90 %
Ergebnis
- Bemessungsstrom
- 14 A
- Scheinleistung
- 9,69 kVA
- Elektrische Wirkleistung
- 8,33 kW
- Anlaufstrom bei Direkteinschaltung
- 83,9 A
Formel
- Drehstrom: I = (P / η) / (√3 · U · cos φ)
- Wechselstrom: I = (P / η) / (U · cos φ)
- S = P / (η · cos φ)
Annahmen und Normbezug
- P ist die Wellenleistung (mechanische Abgabeleistung) laut Typenschild.
- Der Anlaufstrom ist mit dem 6-fachen Bemessungsstrom angesetzt – ein üblicher Richtwert für Direkteinschaltung. Der tatsächliche Wert steht im Datenblatt und liegt zwischen dem 4- und 8-fachen.
- Für die Auslegung des Schutzorgans ist zusätzlich die Anlaufdauer maßgeblich.
Häufige Fragen
Warum ist der Strom höher als die Faustformel „2 × kW“?
Die Faustformel für 400 V ignoriert Wirkungsgrad und Leistungsfaktor. Bei einem 7,5-kW-Motor mit cos φ 0,86 und 90 % Wirkungsgrad liegt der Bemessungsstrom bei etwa 14 A statt 15 A – die Faustformel liegt also je nach Motor darüber oder darunter.
Welchen cos φ soll ich einsetzen?
Den Wert vom Typenschild bei Nennlast. Im Teillastbetrieb sinkt er deutlich – ein Motor, der dauerhaft bei halber Last läuft, hat einen erheblich schlechteren Leistungsfaktor.
Rechnen ist der einfache Teil.
Die Formel liefert eine Zahl. Die Auslegung einer Anlage verlangt darüber hinaus Verlegeart, Häufung, Selektivität, Normenlage und den Blick auf den Bestand. Genau das übernehmen wir.
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