Kaum eine Konstruktionsabteilung ist so besetzt, dass sie jede Projektspitze allein abfängt. Dazu kommen Anlagen in einem System, das im Haus niemand mehr sicher bedient, und Revisionen, die seit Monaten liegen, weil das Tagesgeschäft vorgeht. Spätestens dann stellt sich die Frage, ob ein Teil der Elektrokonstruktion nach außen gehen soll.
Einen Dienstleister zu finden ist dabei selten das Problem. Schwieriger ist es, einen zu finden, dessen Ergebnis sich so anfühlt, als wäre es im eigenen Haus entstanden. Diese Fragen helfen bei der Auswahl.
Wann sich ein externer Partner lohnt
Am häufigsten geht es um Kapazität. Ein großes Projekt fällt mit zwei kleineren zusammen, und die eigenen Konstrukteure kommen nicht hinterher. Ein externer Partner übernimmt dann abgegrenzte Teile, etwa die Stromlaufpläne einer Anlagenerweiterung oder die Klemmen- und Kabelpläne.
Ebenso oft geht es um Systeme. Bestandsanlagen sind in ELCAD oder WSCAD dokumentiert, neue Projekte entstehen in EPLAN, und niemand im Haus beherrscht alle drei. Ein Dienstleister, der in allen Systemen arbeitet, pflegt den Bestand weiter, während das eigene Team in EPLAN konstruiert.
Und schließlich die Dokumentation. Nach mehreren Umbauten stimmt der Plan nicht mehr mit der Anlage überein. Diese Arbeit ist wichtig, aber selten dringend, und bleibt deshalb liegen. Genau dafür eignet sich ein externer Partner besonders gut.
Arbeitet er in Ihrem System und in Ihrem Standard?
Die erste Frage ist das System, und zwar mit Version. EPLAN Electric P8, Pro Panel, ELCAD und WSCAD haben jeweils eigene Arbeitsweisen. Ein Dienstleister, der Ihr System nur nebenbei bedient, braucht für alles länger.
Wichtiger als das System ist aber Ihr Standard. Kennzeichnungsstruktur, Artikelstamm, Makros, Formulare und Seitenaufbau machen aus einem Schaltplan Ihren Schaltplan. Fragen Sie, ob der Dienstleister in Ihrer Umgebung arbeitet, mit Ihren Stammdaten und Vorlagen, und wie er sicherstellt, dass seine Projekte Ihre Prüfläufe ohne Fehler bestehen.
Ein Team oder eine einzelne Person?
Ein einzelner Freelancer kann hervorragende Arbeit leisten. Fällt er aber aus, ist er im Urlaub oder hat gerade ein anderes Projekt, steht Ihre Konstruktion. Und mit ihm geht das Wissen über Ihre Anlagen.
Bei einem eingespielten Team ist das anders. Mehrere Konstrukteure kennen Ihren Standard, Vertretungen sind geregelt, und wer Ihr Projekt im Frühjahr bearbeitet hat, kennt es im Herbst noch. Fragen Sie deshalb nicht nur nach Kapazität, sondern auch danach, wer Ihr Projekt bearbeitet und wer einspringt.
Was genau wird geliefert?
Ein Auftrag ist erst dann sauber beschrieben, wenn feststeht, was am Ende übergeben wird. Dazu gehören die Projektdaten im Originalsystem, PDF-Ausgaben, Klemmenpläne, Kabellisten und Stücklisten. Bei Revisionen kommt eine Liste der Änderungen dazu, damit Ihr Team sieht, was sich gegenüber dem alten Stand geändert hat.
Ein guter Prüfstein sind die Auswertungen. Stimmen Klemmenplan, Kabelliste und Stückliste, dann stimmen in aller Regel auch Querverweise und Artikelbezug. Ein Dienstleister, der seine Ergebnisse selbst an den Auswertungen prüft, liefert weniger Nacharbeit.
Wie wird zusammengearbeitet?
Klären Sie vorab, ob in Ihrer Umgebung per Fernzugriff oder mit ausgetauschten Projektdaten gearbeitet wird, wer Ansprechpartner auf beiden Seiten ist und wie Rückfragen laufen. Bei Anlagen in Betrieb gehört auch die Frage dazu, ob der Dienstleister für eine Ist-Aufnahme vor Ort kommen kann. Eine Vertraulichkeitsvereinbarung ist bei Kundenanlagen selbstverständlich.
Mit einem kleinen Auftrag beginnen
Die zuverlässigste Auswahl ist ein erster, überschaubarer Auftrag. Eine Revision, eine Erweiterung oder ein abgegrenztes Teilprojekt zeigt schneller als jedes Gespräch, ob die Ergebnisse in Ihren Standard passen und wie die Abstimmung läuft. Danach wissen beide Seiten, was sie aneinander haben.
Die Fragen auf einen Blick
- In welchen Systemen und Versionen wird gearbeitet?
- Arbeitet der Dienstleister mit Ihren Stammdaten, Makros und Vorlagen?
- Wer bearbeitet Ihr Projekt, und wer vertritt bei Ausfall?
- Was wird übergeben, und wie wird es geprüft?
- Wie laufen Zugang, Datenaustausch und Rückfragen?
- Mit welchem ersten Auftrag lässt sich die Zusammenarbeit testen?
So arbeiten wir
Wir übernehmen seit 1998 die Elektrokonstruktion für Industrieanlagen und den Maschinen- und Anlagenbau, in EPLAN, ELCAD und WSCAD, als festes Team und nach Ihrem Standard. Wie ein Auftrag bei uns abläuft, steht auf unserer Seite zur Elektrokonstruktion. Wenn Sie vor allem zusätzliche Kapazität für Ihr eigenes Team suchen, finden Sie das unter Engineering-Unterstützung. Für Projekte in EPLAN gibt es die Seite zur EPLAN-Konstruktion.