FISEKON GmbH · Fischer Elektrokonstruktion

Projekt besprechen

Veröffentlicht 14. Oktober 2026

EPLAN-Makros und Vorlagen erst verstehen, dann übernehmen

Makros und Vorlagen machen EPLAN schnell. Sie vervielfältigen aber auch jede Schwäche, die in ihnen steckt. Warum der Standard vor dem Projekt kommt.

EPLAN nimmt in der Elektrokonstruktion heute enorm viel Arbeit ab. Querverweise entstehen automatisch, Klemmenpläne, Kabellisten und Stücklisten werden aus dem Projekt ausgewertet, Prüfläufe finden Widersprüche, bevor sie in der Werkstatt auffallen. Wiederkehrende Anlagenteile kommen als Makro ins Projekt, fertig verdrahtet und mit Artikeldaten.

Eines ändert sich dadurch nicht. Das System arbeitet mit der Struktur, die man ihm vorgibt. Ein Projekt kann formal völlig korrekt aufgebaut sein und später trotzdem unnötig kompliziert werden.

Automatisierung macht Qualität skalierbar. Fehler auch.

Gerade bei wiederkehrenden Anlagenbereichen wird das schnell sichtbar. Ein Fenstermakro für einen Motorabgang, ein Seitenmakro für eine Einspeisung, eine Projektvorlage mit Normblättern und Strukturkennzeichen. Gut gebaut spart jedes davon bei jedem Einsatz Zeit. Steckt darin ein falscher Artikel, eine unklare Kennzeichnung oder ein fest eingetragener Text, der eigentlich variabel sein müsste, landet genau dieser Fehler in jedem Projekt, das das Makro verwendet. Eine gute Vorlage spart enorm viel Zeit. Eine schlechte vervielfältigt ihre Schwächen genauso zuverlässig.

Deshalb beginnt gute Elektrokonstruktion nicht mit der Frage, was EPLAN kann. Sie beginnt mit der Frage, wie die Anlage aufgebaut sein muss, damit Konstruktion, Inbetriebnahme und Instandhaltung auch in zehn Jahren noch vernünftig damit arbeiten können.

„Das war in der Vorlage schon so“

Diesen Satz hören wir bei der Einarbeitung neuer Konstrukteure gelegentlich, und wir fragen dann nach. Vorlagen, Makros und wiederkehrende Strukturen gehören zur Elektrokonstruktion dazu. Sie dürfen aber nicht zu blindem Kopieren werden.

Warum wurde etwas so aufgebaut? Ist die Lösung für diesen Anwendungsfall sinnvoll? Ist sie historisch gewachsen, und würde man sie heute anders lösen? Wer diese Fragen stellen kann, konstruiert. Wer sie nicht stellt, zeichnet. Bei der Einarbeitung geht es uns deshalb nicht darum, dass jemand möglichst schnell möglichst viele Seiten produziert, sondern darum, dass er beurteilen kann, warum eine Lösung gut ist.

Kundenstandard bei Anlage 101 weiterführen oder brechen?

Die gleiche Frage stellt sich bei jedem Kunden mit eigenem Standard. Wenn 100 Anlagen nach einer bestimmten Struktur gebaut sind, sehen wir natürlich Dinge, die wir heute anders lösen würden. Eine technisch elegantere Lösung ist aber nicht automatisch die bessere für den Kunden. Wenn Instandhaltung, Dokumentation und Ersatzteilhaltung seit Jahren auf ein System eingestellt sind, wird eine einzelne „modernere“ Anlage schnell zum Fremdkörper.

Zu guter externer Elektrokonstruktion gehört deshalb, zuerst zu verstehen, warum ein Standard so gewachsen ist. Danach lässt sich gemeinsam entscheiden, wo er weitergeführt wird und wo eine Änderung tatsächlich etwas bringt. Blind übernehmen ist genauso falsch wie alles neu machen zu wollen.

Was das für die Zusammenarbeit heißt

Wenn wir in einem bestehenden EPLAN-Umfeld anfangen, arbeiten wir uns zuerst in Ihren Standard ein, von der Kennzeichnungsstruktur über Artikelstamm und Makros bis zum Seitenaufbau. Was wir vorfinden, dokumentieren wir, oft zum ersten Mal schriftlich. Wo kein Standard existiert, schlagen wir einen vor und halten ihn fest, bevor das erste Makro gebaut wird.

Das gilt in ELCAD und WSCAD genauso. In EPLAN wirkt es nur am stärksten, weil dort am meisten automatisiert wird. Wie die Kennzeichnung in so einem Standard aussehen kann, steht in Betriebsmittelkennzeichnung in EPLAN. Den Aufbau und die Pflege von Makros und Artikeldaten übernehmen wir als Artikelstammdaten und Makros, die laufende Konstruktion als EPLAN-Konstruktion. Und wer seinen eigenen Konstrukteuren den Standard vermitteln möchte, findet das in unseren EPLAN-Workshops.

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