Pumpe tauschen, Kochfeld anschließen, Rohrmotor einstellen. In vielen Handwerksbetrieben gehören kleine Elektroarbeiten zum Alltag, obwohl niemand im Team Elektriker ist. Die DGUV Vorschrift 3 ist dabei eindeutig. Arbeiten an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln dürfen nur Elektrofachkräfte ausführen oder Personen unter ihrer Leitung und Aufsicht. Für Mitarbeiter ohne elektrotechnische Ausbildung gibt es zwei Wege, und sie führen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.
Was ist eine elektrotechnisch unterwiesene Person?
Eine elektrotechnisch unterwiesene Person, kurz EuP, wurde von einer Elektrofachkraft über die ihr übertragenen Aufgaben und die möglichen Gefahren unterrichtet. Die Unterweisung dauert meist ein bis zwei Tage. Sie ist schnell erledigt und günstig, hat aber eine entscheidende Grenze. Eine EuP arbeitet immer unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft.
Das passt gut in Betriebe, in denen eine Elektrofachkraft ohnehin im Haus ist, etwa in der Instandhaltung eines Werks. Auf der Baustelle eines SHK-Betriebs oder bei der Küchenmontage beim Kunden ist diese Aufsicht in der Regel nicht dabei. Dort hilft die Unterweisung allein nicht weiter.
Was ist eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten?
Die Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten, kurz EFKffT, ist im DGUV Grundsatz 303-001 beschrieben. Festgelegte Tätigkeiten sind gleichartige, sich wiederholende Arbeiten an Betriebsmitteln, die der Unternehmer in einer Arbeitsanweisung festlegt. Wer sie ausführen soll, braucht eine Ausbildung in Theorie und Praxis, im Handwerk mindestens 80 Stunden, und eine bestandene Prüfung. Das Zertifikat nennt die Tätigkeiten, für die der Mitarbeiter ausgebildet wurde.
Danach bestellt der Unternehmer den Mitarbeiter schriftlich. Ab dann arbeitet er in seinen festgelegten Tätigkeiten eigenverantwortlich, ohne Aufsicht einer Elektrofachkraft.
Der Unterschied im Überblick
| EuP | EFKffT | |
|---|---|---|
| Arbeitet | unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft | eigenverantwortlich in festgelegten Tätigkeiten |
| Qualifikation | Unterweisung, meist ein bis zwei Tage | Ausbildung mit mindestens 80 Stunden und Prüfung |
| Nachweis | Nachweis der Unterweisung | Zertifikat, Arbeitsanweisung und schriftliche Bestellung |
| Geeignet für | Betriebe mit eigener Elektrofachkraft vor Ort | Betriebe ohne eigene Elektrofachkraft |
Was ist für Ihren Betrieb richtig?
Die Frage ist schnell beantwortet, wenn man sich den Arbeitsplatz anschaut. Ist bei den Arbeiten eine Elektrofachkraft dabei, die anleitet und beaufsichtigt, kann die Unterweisung reichen. Arbeiten Ihre Monteure beim Kunden allein, braucht es die EFKffT. Das gilt für die meisten Handwerksbetriebe, die Elektroarbeiten nur am Rand erledigen.
- Im SHK-Betrieb geht es um Pumpen, Regelungen und Wärmepumpen. Mehr dazu auf der Seite EFKffT für SHK und Wärmepumpe.
- In der Küchenmontage geht es um Kochfeld und Backofen an der vorhandenen Herdanschlussdose. Mehr dazu auf der Seite EFKffT für Küchenmonteure.
- Bei Rollladen, Sonnenschutz und Toren geht es um Rohrmotoren und Antriebe. Mehr dazu auf der Seite EFKffT für Rollladen und Tor.
- In der Haustechnik geht es um den gleichartigen Austausch von Schaltern, Steckdosen und Leuchten. Mehr dazu auf der Seite EFKffT für Hausmeister.
Was keine von beiden darf
Weder die EuP noch die EFKffT ersetzt den Elektrobetrieb. Neue Leitungen legen, Stromkreise erweitern, Verteiler ändern und Anlagen beim Netzbetreiber anmelden bleibt Sache eines Elektrobetriebs, der im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragen ist. Arbeiten unter Spannung sind für beide tabu.
Die Grenze ist in jedem Gewerk dieselbe. Die EFKffT übernimmt ab der vorhandenen, abgesicherten Dose oder Zuleitung. Alles davor bleibt beim Elektrobetrieb.
Schulung zur EFKffT in Gütersloh
FISEKON bietet die Ausbildung zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten ab Februar 2027 in Gütersloh an. Zehn Tage, 80 Stunden nach DGUV Grundsatz 303-001, Theorie und Praxis im Wechsel, für SHK, Küche, Rollladen und Hausmeister in einer Gruppe. Alles Weitere steht auf der Seite zur EFKffT-Schulung.


