Eine Wärmepumpe ist Heizung und Elektrik in einem Gerät. Auf der Baustelle führt das zu einer Frage, die jeder SHK-Betrieb kennt. Wer schließt das Gerät eigentlich an? Die Antwort hängt davon ab, um welchen Teil des Anschlusses es geht. Es gibt einen Teil, der immer beim Elektrobetrieb bleibt, und einen Teil, den ein SHK-Monteur mit der richtigen Qualifikation selbst übernehmen darf.
Zuleitung, Absicherung und Anmeldung
Arbeiten an der elektrischen Anlage hinter der Hausanschlusssicherung dürfen nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung nur der Netzbetreiber oder ein Installationsunternehmen ausführen, das im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Für die Wärmepumpe heißt das, die eigene Zuleitung, der Leitungsschutz im Verteiler und Änderungen am Zählerplatz sind Sache des eingetragenen Elektrobetriebs.
Dazu kommt die Anmeldung beim Netzbetreiber. Seit 2024 gelten neue Wärmepumpen mit mehr als 4,2 Kilowatt außerdem als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a des Energiewirtschaftsgesetzes. Auch das läuft über den Elektrobetrieb.
Was der SHK-Betrieb ohne Elektrofachkraft darf
Ohne eigene Elektrofachkraft bleibt dem SHK-Betrieb die hydraulische Seite. Den elektrischen Anschluss der Wärmepumpe, der Umwälzpumpen und der Regelung muss dann eine Elektrofachkraft übernehmen. In der Praxis heißt das einen zweiten Termin, oft Tage später, und eine Inbetriebnahme, die auf den Elektriker wartet.
Was eine EFKffT im SHK-Betrieb übernimmt
Mit einer Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten im Team sieht das anders aus. Nach Ausbildung, Prüfung und schriftlicher Bestellung darf sie in ihren festgelegten Tätigkeiten eigenverantwortlich arbeiten. Typisch für den SHK-Betrieb sind diese Arbeiten.
- Wärmepumpe und Außeneinheit an die vorhandene, abgesicherte Zuleitung anschließen
- Umwälzpumpen, Mischer, Stellantriebe und Regelungen anschließen
- Fühler und Raumthermostate auflegen
- Defekte Bauteile im Gerät gegen Originalersatzteile tauschen
- Schutzmaßnahmen messen und das Prüfprotokoll ausfüllen
Welche Arbeiten es genau sind, legt der Betrieb in einer Arbeitsanweisung fest. Arbeiten unter Spannung gehören nie dazu.
So läuft es auf der Baustelle
Für eine neue Wärmepumpe ergibt sich damit eine klare Reihenfolge.
- Der Elektrobetrieb legt die Zuleitung, setzt den Leitungsschutz und meldet die Anlage beim Netzbetreiber an.
- Der SHK-Betrieb stellt die Wärmepumpe auf und schließt sie hydraulisch an.
- Die EFKffT des SHK-Betriebs schließt das Gerät an die vorhandene Zuleitung an, verdrahtet Pumpen und Regelung und dokumentiert die Prüfung.
- Die Anlage geht in Betrieb, ohne dass der Elektriker ein zweites Mal kommen muss.
Im Kundendienst ist der Vorteil noch größer. Fällt die Umwälzpumpe aus, tauscht die EFKffT sie beim ersten Besuch, inklusive Prüfung und Protokoll.
Und der Kältekreis?
Die EFKffT betrifft nur die Elektrik. Wer bei Split-Wärmepumpen den Kältekreis öffnet, befüllt oder auf Dichtheit prüft, braucht zusätzlich die Sachkunde nach der F-Gase-Verordnung. Bei Monoblock-Geräten ist der Kältekreis werksseitig geschlossen.
Schulung für SHK-Betriebe
FISEKON bildet ab Februar 2027 in Gütersloh zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten aus, nach DGUV Grundsatz 303-001 mit 80 Stunden Theorie und Praxis. Was SHK-Monteure dort am eigenen Werkstück üben, steht auf der Seite EFKffT für SHK und Wärmepumpe.


