33 — Rechner
Fehlerstromschutzeinrichtung auslegen
Eine Fehlerstromschutzeinrichtung unterscheidet nicht zwischen einem Fehler und der Summe vieler kleiner, betriebsmäßiger Ableitströme. Jedes Schaltnetzteil, jeder Umrichter, jede geschirmte Leitung zahlt ein. Wenn eine Anlage nach der Erweiterung „grundlos" auslöst, ist genau das die Ursache.
Ergebnis
- Summe der Ableitströme
- —mA
- Gefahr des Fehlauslösens
- —
- Anteil am BemessungsdifferenzstromEin Drittel gilt als Obergrenze für einen störungsfreien Betrieb.
- —%
- Verbleibender Ableitstrom bis zu einem Drittel
- —mA
- Selektivität zur vorgelagerten Einrichtung
- —
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Orientierungshilfe, keine normgerechte Auslegung. Für die Richtigkeit der Ergebnisse übernehmen wir keine Gewähr, maßgeblich sind die anzuwendenden Normen und die Prüfung im Einzelfall.
Rechenbeispiel
Der Standardfall, mit dem der Rechner startet, einmal durchgerechnet. Ändern Sie oben die Werte, rechnet er sofort neu.
Eingaben
- Bemessungsdifferenzstrom I_Δn
- 30 mA
- Zahl der angeschlossenen Betriebsmittel
- 6
- Ableitstrom je Betriebsmittel
- 1,2 mA
- Ableitstrom der Leitungen
- 2 mA
- Bemessungsdifferenzstrom der vorgelagerten Einrichtung
- 300 mA
Ergebnis
- Summe der Ableitströme
- 9,2 mA
- Gefahr des Fehlauslösens
- Unkritisch. Die Ableitströme liegen unter einem Drittel des Bemessungsdifferenzstroms.
- Anteil am Bemessungsdifferenzstrom
- 30,7 %
- Verbleibender Ableitstrom bis zu einem Drittel
- 0,8 mA
- Selektivität zur vorgelagerten Einrichtung
- Verhältnis erfüllt. Zusätzlich muss die vorgelagerte Einrichtung zeitverzögert sein.
Formel
- I_Ableit = n · I_Gerät + I_Leitung
- Erfahrungsregel: I_Ableit ≤ I_Δn / 3
- Selektivität: I_Δn(vorgelagert) ≥ 3 · I_Δn(nachgelagert), zusätzlich zeitverzögert
Annahmen und Normbezug
- Die Ableitströme der Betriebsmittel sind einzugeben; sie stehen im Datenblatt und unterscheiden sich um Größenordnungen.
- Ein Drittel des Bemessungsdifferenzstroms ist eine Erfahrungsregel, keine Norm. Sie berücksichtigt, dass eine Fehlerstromschutzeinrichtung bereits ab der Hälfte ihres Bemessungswerts auslösen darf.
- Für Selektivität genügt das Verhältnis der Bemessungsdifferenzströme nicht. Die vorgelagerte Einrichtung muss zusätzlich zeitverzögert ausgeführt sein – sonst lösen beide gleichzeitig aus.
- Ableitströme addieren sich arithmetisch nur näherungsweise. Bei stark unterschiedlichen Frequenzanteilen liegt die tatsächliche Summe niedriger.
Häufige Fragen
Warum ein Drittel und nicht die Hälfte?
Weil eine Fehlerstromschutzeinrichtung schon zwischen der Hälfte und dem vollen Bemessungswert auslösen darf – das ist zulässige Streuung, kein Fehler. Wer bis zur Hälfte auslastet, hat keinen Abstand mehr zu einem Gerät am unteren Ende dieser Spanne.
Was tun, wenn die Summe zu hoch ist?
Aufteilen. Mehrere Stromkreise mit je eigener Schutzeinrichtung statt einer großen – das verteilt die Ableitströme und begrenzt zugleich, was bei einem Fehler abschaltet. Einen größeren Bemessungsdifferenzstrom zu wählen ist der schlechtere Weg, wo Personenschutz gefordert ist.
Warum lösen bei einem Fehler beide Einrichtungen aus?
Weil beide denselben Fehlerstrom sehen und die vorgelagerte schneller sein kann als die nachgelagerte. Selektivität braucht deshalb zwei Dinge zugleich: einen ausreichend höheren Bemessungsdifferenzstrom und eine Zeitverzögerung. Fehlt eines davon, schaltet im Zweifel die halbe Anlage ab.
Rechnen ist der einfache Teil.
Die Formel liefert eine Zahl. Die Auslegung einer Anlage verlangt darüber hinaus Verlegeart, Häufung, Selektivität, Normenlage und den Blick auf den Bestand. Genau das übernehmen wir.
Weitere Werkzeuge
- 01Leitungsquerschnitt
- 02Spannungsfall
- 03Leitungswiderstand
- 04Leitungsverluste
- 05Maximale Leitungslänge
- 06Strombelastbarkeit
- 07Parallele Leitungen
- 08Leitertemperatur
- 09Leitungskapazität
- 10Kurzschlussstrom
- 11Leitungsimpedanz
- 12Netzimpedanz
- 13Kurzschlussstrom am Leitungsende
- 14Thermische Kurzschlussfestigkeit
- 15Länge und Abschaltbedingung
- 16Motorstrom
- 17Drehmoment
- 18Anlaufstrom
- 19Stern-Dreieck-Anlauf
- 20Sanftanlauf
- 21Motorwirkungsgrad
- 22Drehzahlregelung statt Drossel
- 23Drehzahl und Schlupf
- 24Motorschutz einstellen
- 25Einphasenmotor
- 26Motorabgang
- 27Erforderliche Motorleistung
- 28PFD und SIL
- 29PFH und SIL
- 30Schutzleiterquerschnitt
- 31Staberder
- 32Berührungsspannung
- 34Selektivität prüfen
- 35Überspannungsschutz anschließen
- 36Schaltschrank-Klimatisierung
- 37Betriebsmittelkennzeichnung
- 38Blindleistungskompensation
Kontakt
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- E-Mailinfo@fisekon.com
- ErreichbarkeitMo – Fr, 8:00 – 17:00 Uhr
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