34 — Rechner
Selektivität zweier Schutzgeräte prüfen
Selektiv heißt: Bei einem Fehler schaltet nur das Gerät davor ab, nicht die halbe Anlage. Das muss man in zwei Bereichen getrennt prüfen, denn sie verhalten sich verschieden – im Überlastbereich entscheidet das Stromverhältnis, im Kurzschlussbereich die Kombination der Geräte.
Ergebnis
- Selektivität im Kurzschlussbereich
- —
- Selektivität im Überlastbereich
- —
- Vorhandenes Stromverhältnis
- —
- Abstand zum SelektivitätsgrenzstromNegativ heißt: der Kurzschlussstrom liegt darüber.
- —kA
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Orientierungshilfe, keine normgerechte Auslegung. Für die Richtigkeit der Ergebnisse übernehmen wir keine Gewähr, maßgeblich sind die anzuwendenden Normen und die Prüfung im Einzelfall.
Rechenbeispiel
Der Standardfall, mit dem der Rechner startet, einmal durchgerechnet. Ändern Sie oben die Werte, rechnet er sofort neu.
Eingaben
- Bemessungsstrom des vorgelagerten Geräts
- 160 A
- Bemessungsstrom des nachgelagerten Geräts
- 63 A
- Erforderliches Stromverhältnis im Überlastbereich
- 1,6
- Selektivitätsgrenzstrom aus der Herstellertabelle
- 3 kA
- Kurzschlussstrom am nachgelagerten Gerät
- 4,2 kA
Ergebnis
- Selektivität im Kurzschlussbereich
- Nicht gegeben.
- Selektivität im Überlastbereich
- Gegeben.
- Vorhandenes Stromverhältnis
- 2,54
- Abstand zum Selektivitätsgrenzstrom
- -1,2 kA
Formel
- Überlast: I_n(vorgelagert) / I_n(nachgelagert) ≥ Faktor
- Kurzschluss: I_k am nachgelagerten Gerät ≤ Selektivitätsgrenzstrom
Annahmen und Normbezug
- Der Selektivitätsgrenzstrom folgt aus keiner Formel. Er ergibt sich aus dem Zusammenspiel der Kennlinien und des Begrenzungsverhaltens beider Geräte und steht in der Kombinationstabelle des Herstellers. Wir bilden diese Tabellen nicht nach – sie gelten je Gerätepaar und Baureihe.
- Das erforderliche Stromverhältnis im Überlastbereich ist ein Erfahrungswert für gleichartige Geräte. Bei gemischten Bauarten – Sicherung gegen Leistungsschalter – gilt es nicht ohne Weiteres.
- Geprüft wird die Selektivität zweier Geräte. In einer Kette mit mehreren Ebenen ist jedes Paar einzeln zu prüfen.
Häufige Fragen
Warum zwei getrennte Bereiche?
Weil zwei verschiedene Auslöser arbeiten. Im Überlastbereich reagiert der thermische Auslöser träge, und ein hinreichender Abstand der Bemessungsströme genügt. Im Kurzschlussbereich lösen beide Geräte magnetisch in Millisekunden aus – dort hilft kein Stromabstand mehr, sondern nur, dass das nachgelagerte Gerät den Strom begrenzt, bevor das vorgelagerte anspricht.
Warum steht der Grenzstrom nicht im Rechner?
Weil er kein berechenbarer Wert ist, sondern eine Messgröße je Gerätekombination. Hersteller ermitteln ihn im Prüffeld und veröffentlichen ihn in Kombinationstabellen. Eine nachgebildete Tabelle wäre im besten Fall überflüssig und im schlechtesten falsch.
Was tun, wenn im Kurzschlussbereich keine Selektivität besteht?
Entweder ein anderes Gerätepaar wählen, für das der Grenzstrom über dem Kurzschlussstrom liegt, oder den Kurzschlussstrom senken – längere Zuleitung, kleinerer Querschnitt, vorgeschaltete Impedanz. Oder bewusst darauf verzichten, wo das Abschalten eines größeren Bereichs hinnehmbar ist.
Rechnen ist der einfache Teil.
Die Formel liefert eine Zahl. Die Auslegung einer Anlage verlangt darüber hinaus Verlegeart, Häufung, Selektivität, Normenlage und den Blick auf den Bestand. Genau das übernehmen wir.
Weitere Werkzeuge
- 01Leitungsquerschnitt
- 02Spannungsfall
- 03Leitungswiderstand
- 04Leitungsverluste
- 05Maximale Leitungslänge
- 06Strombelastbarkeit
- 07Parallele Leitungen
- 08Leitertemperatur
- 09Leitungskapazität
- 10Kurzschlussstrom
- 11Leitungsimpedanz
- 12Netzimpedanz
- 13Kurzschlussstrom am Leitungsende
- 14Thermische Kurzschlussfestigkeit
- 15Länge und Abschaltbedingung
- 16Motorstrom
- 17Drehmoment
- 18Anlaufstrom
- 19Stern-Dreieck-Anlauf
- 20Sanftanlauf
- 21Motorwirkungsgrad
- 22Drehzahlregelung statt Drossel
- 23Drehzahl und Schlupf
- 24Motorschutz einstellen
- 25Einphasenmotor
- 26Motorabgang
- 27Erforderliche Motorleistung
- 28PFD und SIL
- 29PFH und SIL
- 30Schutzleiterquerschnitt
- 31Staberder
- 32Berührungsspannung
- 33Fehlerstromschutz auslegen
- 35Überspannungsschutz anschließen
- 36Schaltschrank-Klimatisierung
- 37Betriebsmittelkennzeichnung
- 38Blindleistungskompensation
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