24 — Rechner
Motorschutzrelais einstellen
Ein Überlastrelais im Dreieckzweig sieht nicht den Netzstrom, sondern den Wicklungsstrom – kleiner um den Faktor Wurzel drei. Wer dort den Wert vom Leistungsschild einstellt, hat den Motor um vierzig Prozent zu hoch abgesichert. Das ist einer der häufigsten Fehler bei Stern-Dreieck-Schaltungen.
Ergebnis
- Einzustellender Wert
- —A
- Bewertung
- —
- Geschätzte Auslösezeit beim AnlaufstromNäherung aus der Auslöseklasse. Maßgeblich ist die Kennlinie im Datenblatt.
- —s
- Abweichung der Einstellung vom Sollwert
- —%
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Orientierungshilfe, keine normgerechte Auslegung. Für die Richtigkeit der Ergebnisse übernehmen wir keine Gewähr, maßgeblich sind die anzuwendenden Normen und die Prüfung im Einzelfall.
Rechenbeispiel
Der Standardfall, mit dem der Rechner startet, einmal durchgerechnet. Ändern Sie oben die Werte, rechnet er sofort neu.
Eingaben
- Bemessungsstrom des Motors
- 55 A
- Einbauort des Überlastrelais
- In der Netzzuleitung (Direktanlauf)
- Eingestellter Wert am Relais
- 55 A
- Auslösezeit der Auslöseklasse
- 10 s
- Anlaufstrom
- 385 A
- Dauer des Anlaufs
- 4 s
Ergebnis
- Einzustellender Wert
- 55 A
- Bewertung
- Die Einstellung passt zum berechneten Sollwert.
- Geschätzte Auslösezeit beim Anlaufstrom
- 10,6 s
- Abweichung der Einstellung vom Sollwert
- 0 %
Formel
- Direktanlauf: I_e = I_N
- Im Dreieckzweig: I_e = I_N / √3
- Näherung der Auslösezeit: t ≈ t_Klasse · (7,2 / (I / I_e))²
Annahmen und Normbezug
- Der Einstellwert richtet sich nach dem Bemessungsstrom des Motors bei der tatsächlichen Betriebsart. Bei Aussetzbetrieb oder abweichender Kühlung gelten andere Werte.
- Die Auslösezeit ist eine Näherung über das thermische Modell und dient nur der Abschätzung, ob der Anlauf durchgeht. Maßgeblich ist die Kennlinie im Datenblatt des Geräts.
- Ein Überlastrelais schützt gegen Überlast, nicht gegen Kurzschluss. Der Kurzschlussschutz ist ein eigenes Gerät und eine eigene Auslegung.
Häufige Fragen
Warum durch Wurzel drei?
Weil in Dreieckschaltung der Netzstrom sich auf drei Wicklungen verteilt und in jeder Wicklung nur der Netzstrom geteilt durch Wurzel drei fließt. Sitzt das Relais in dieser Leitung, misst es diesen kleineren Strom. Bei 55 A Motorstrom sind das rund 32 A.
Was, wenn das Relais schon beim Anlauf auslöst?
Dann passt die Auslöseklasse nicht zur Anlaufzeit. Eine höhere Klasse gibt mehr Zeit – der Motor darf das thermisch aber auch aushalten. Bei schweren Anläufen ist die Prüfung, ob Motor und Relais zueinander passen, keine Formsache.
Reicht ein Motorschutzschalter allein?
Ein Motorschutzschalter vereint Überlast- und Kurzschlussauslöser in einem Gerät und reicht für viele Anwendungen. Bei hohen Kurzschlussströmen am Einbauort muss sein Schaltvermögen dazu passen; sonst braucht es eine Sicherung davor.
Rechnen ist der einfache Teil.
Die Formel liefert eine Zahl. Die Auslegung einer Anlage verlangt darüber hinaus Verlegeart, Häufung, Selektivität, Normenlage und den Blick auf den Bestand. Genau das übernehmen wir.
Weitere Werkzeuge
- 01Leitungsquerschnitt
- 02Spannungsfall
- 03Leitungswiderstand
- 04Leitungsverluste
- 05Maximale Leitungslänge
- 06Strombelastbarkeit
- 07Parallele Leitungen
- 08Leitertemperatur
- 09Leitungskapazität
- 10Kurzschlussstrom
- 11Leitungsimpedanz
- 12Netzimpedanz
- 13Kurzschlussstrom am Leitungsende
- 14Thermische Kurzschlussfestigkeit
- 15Länge und Abschaltbedingung
- 16Motorstrom
- 17Drehmoment
- 18Anlaufstrom
- 19Stern-Dreieck-Anlauf
- 20Sanftanlauf
- 21Motorwirkungsgrad
- 22Drehzahlregelung statt Drossel
- 23Drehzahl und Schlupf
- 25Einphasenmotor
- 26Motorabgang
- 27Erforderliche Motorleistung
- 28PFD und SIL
- 29PFH und SIL
- 30Schutzleiterquerschnitt
- 31Staberder
- 32Berührungsspannung
- 33Fehlerstromschutz auslegen
- 34Selektivität prüfen
- 35Überspannungsschutz anschließen
- 36Schaltschrank-Klimatisierung
- 37Betriebsmittelkennzeichnung
- 38Blindleistungskompensation
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33332 Gütersloh
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